Dass das Netz der Topotheken aus mehr als Daten, nämlich vor allem aus Menschen besteht, zeigt, dass knapp 20 TopothekarInnen aus der Region Traunviertler Alpenvorland gemeinsam nach Český Krumlov in Südböhmen reisten. Ihr Ziel war das Fotoatelier Seidel, das ein Fixpunkt in der Fotografiegeschichte ist, der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Hier sind im restaurierten Wohnhaus Einrichtung, Apparate, Materialien im originalen Studio von Josef Seidel aus der Zeit um 1900 erhalten. Es wird spürbar, mit welchem Aufwand und in welcher Atmosphäre all die alten Fotografien entstanden sind, die heute den größten Schatz in den Topotheken ausmachen. Denn Josef Seidel war es, der zum vermutlich größten Fotoschatz des Böhmerwaldes aus der Frühzeit der Fotografie hinterlassen hat. Es ist ein kulturelles Erbe, das mittlerweile digital gesichert und erhalten wird.
Auf der Rückfahrt stoppte die Exkursion in Waxenberg für eine Burgführung und einen Erfahrungsaustausch. Der dortige Topothekar Fritz Wimmer ist einer der routiniertesten Kollegen im Land. Gleichzeitig hat er seine Leidenschaft für Heimatforschung auch in die Restaurierung der Ruine gesteckt. Lebendig erzählte er von den positiven Effekten, die regionale Identität zu beleben und die sichtbaren Spuren der Vergangenheit zu erhalten.