Das Team der Topothekarinnen hat im Gemeindeamt die neue Topothek von Senftenberg vorgestellt. Die idyllische niederösterreichische Marktgemeinde liegt im unteren Kremstal. Weithin sind als Wahrzeichen die Burgruine und die Pfarrkirche auszumachen. Vom richtigen Standpunkt aus ergeben die beiden Bauwerke ein romantisches Motiv. Auch die gotische Kirche selbst thront burgartig auf dem Felsen und sie beherbegt einen kunsthistorischen Leckerbissen: die berühmte Rennaissance-Orgel. Die malerische Lage der baulichen Fixpunkte Burg und Kirche mit den sich verändernden Bebauungen sind gut mit diesen beiden Fotos nachvollziehbar, zwischen deren Aufnahmejahren über 100 Jahre verstrichen sind.
Historische Delikatessen finden sich auf dem Foto dieses Geschäfts, das ebensolche auf seiner Haupttafel anpreist. Daneben reihen sich die Werbungen für das damals üblich breite Portfolio eines Kaufhauses: Waschmittel, Scheuermittel, Suppenwürze, Speisefett und über allem das Werbeschild für die Versicherung. Diese erhob sich nicht mehr, wie ihr Name vermuten lässt, neu aus der Asche sondern stürzte Österreich 1936 sogar in eine veritable politische Krise. Somit ist dieses unscheinbare Blechschild ein Hinweis auf den Aufnahmezeitraum des Fotos und ein möglicher Eintritt in weitere historische Abläufe, die weit über die Marktgemeinde Senftenberg hinaus weisen.