Ein Arbeitsgerät der Vergangenheit: speziell geformte Gitterschaufeln dienten für den Transport der Zuckerrüben. Heute sind die Rüben, die Raffinerien und mit ihnen die Schaufeln verschwunden. © Reinhard Schuller

A / NÖ: Weikendorf: Topothek online

Die Gemeinde Weikendorf im Bezirk Gänserndof wurde anno 1074 vom Markgraf Ernst an das Kloster Melk gegeben. Zu der Zeit hieß es „Wikkendorf am Gänsbach“ (Weidenbach) und war ein Hof eines Adeligen, dessen Kulturland mit Knechten und Mägden bearbeitet wurde. 1411 bekam Weikendorf Markcharakter und 1462 erlaubte der Kaiser dem Stift Melk, im klösterlichen Amtssitz ein Castellum zu errichten – so entstand das Schloss Weikendorf. Über die Jahrhunderte entwickelte sich Weikendorf zu einer blühenden Gemeinde, die ihre Gäste mit charmantem Kellerplatz und mehreren denkmalgeschützten Gebäuden bezaubert.

Die Topothek Weikendorf enthält erste Fotos bzw. digitalisierte Postkarten, die den Wandel des Ortes zeigen. So fließt in den 1920er Jahren der Dorfbach noch mittendurch und teilt die Hauptstraße in zwei Seiten. Ab den 1930er Jahren sehen wir bereits eine befestigte Hauptstraße, der Bach ist verschwunden und so hatte es der Bäckermeister sicherlich dann einfacher, seine Lieferungen mit dem Pferdegespann zu verrichten. Ein weiteres Foto zeigt neben dem historischen Ortsbild auch einen gärtnerischen Aspekt: schon damals wurden Bäume im öffentlichen Raum auf den reinen Stamm zurückgeschnitten.

Noch ist die Topothek ein „zartes Pflänzchen“, das mit viel Hege und Pflege sicherlich zu beachtlichem Bestand heranwachsen wird. Hier ist wie so oft auch die Mithilfe der Bevölkerung gefragt – sei es durch zur Verfügung stellen von alten Fotos oder ihr Wissen über Dinge und Personen vergangener Tage.

weikendorf.topothek.at