Für heutige Augen ein malerisches Bild. Ob der Alltag 1930 auch idyllisch war? © Herta Vogg

A / NÖ: Velm-Götzendorf: Topothek online

In Gemeinden ohne touristische Vergangenheit sind fotografische Belege in Form von Ansichtskarten besonders selten. So wurden nur wenige Motive auf Papier gebannt und diese erschienen lediglich in kleinen Auflagen. So ist man froh, dennoch frühe Ansichten des Ortes für die Topothek gefunden zu haben. Dabei reicht die Geschichte der Gemeinde lange zurück – das Bestehen des Ortes Götzendorf ist schon im Jahre 1137 in einer Schenkungsurkunde nachgewiesen, das älteste bekannte Zeugnis der Gemeinde Velm stammt aus 1595. Über die Ortsgrenzen hinaus hatte der hier befindliche Steinbruch Bedeutung, mit dessen Sandstein die umliegenden Gemeinden Baumaterial fanden, das etwa in der Kirche von Spannberg noch zu finden ist. Vom Schloss Velm, das schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde, gibt es keine Belege: eine Aufgabe für die neue Topothek, in deren Aufbau vielleicht künftig bildliche oder textliche Spuren des Gebaüdes in noch unentdeckten Quellen aufgespürt werden können. Auf vielen anlassbezogenen Fotos – das neue Motorrad, das Zusammensitzen im Gasthaus, die Fahrt zur Musterung (man trägt Lederjacken) – lässt sich, wie auch im Bild mit dem vermutlich neu geschneiderten Gewand, für die jungen Besucherinnen und Besucher viel Alltagsgeschichte ablesen. Für die Älteren wird es noch Erinnerung sein.